Petra Luisa Meyer 

Theater, Oper und Film-Regisseurin, Schauspielerin und Autorin 

Anna Karenina © Sebastian Hoppe                                                                              
Violanta © Nik Schölzel


Inszenieren ist eine Abenteuer       

                                                                               

"Egal ob man für Oper oder Schauspiel inszeniert: Das Wichtigste ist, dass es das Publikum berührt“, sagt die Regisseurin Petra Luisa Meyer. „Theater ist da wie Fußball, manchmal einfach langweilig und dann wieder so spannend, dass einem der Atem stockt. Eine neue Inszenierung ist jedes Mal ein Abenteuer, das immer wieder aufs Neue beginnt, das nie starr, nie vorhersehbar ist und deshalb einzigartig bleibt. Regiearbeiten sind Unikate!

 

Viele Rollen, eine Berufung

Petra Luisa Meyer kennt das Theater in all seinen Facetten, das Spiel auf der Bühne wie auch hinter den Kulissen. Sie hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und eine Schauspielausbildung absolviert, mit der sie in Osnabrück, Bonn, der Volksoper Wien und in zahlreichen TV-Rollen reüssierte. Klaus Kusenberg, damals Schauspieldirektor am Schauspiel Osnabrück und bis 2017 in gleicher Position am Staatstheater Nürnberg, ermunterte sie auf ihrem Weg zur Regisseurin, der sie ab 2000 an die Theater Düsseldorf, Köln, Potsdam, Braunschweig, Bozen, Krefeld und Münster führte – und immer wieder ans Staatstheater Nürnberg. Bis heute sind es fast 50 Inszenierungen, für die Petra Luisa Meyer die Regie übernahm. Von 2006-2009 war sie als leitende Hausregisseurin am Hans-Otto-Theater Potsdam verpflichtet.

Ihre Bühnenfassung des Spiegelbestsellers von Hans Rath Man tut was man kann ist beim Rowohlt Theaterverlag verlegt und wurde 2012 am Schlossparktheater in Berlin uraufgeführt. 2011 entstand außerdem ihr erster Dokumentarfilm über das Ehepaar Hilmar Thate und Angelica Domröse, die nach der Biermannaffäre vorzeitig die DDR verlassen hatten. "Theater sollte sich politisch einmischen", sagt Meyer - eine Überzeugung, die auch ihre Inszenierung 2013 am Staatstheater Nürnberg Das Himbeerreich geprägt hat. Mit geradezu „terroristischer Schärfe“, wie die Nürnberger Zeitung anerkennend veröffentlichte, nahm Meyer die Gedankenwelt von Top-Bankern ins Visier, zeichnete ihr Leben nach, emotional und wahrhaftig.

 

Ein Mord und ein Geburtstag

Es sind vor allem politisch brisante Stoffe, die der Regisseurin Petra Luisa Meyer wichtig sind. Anlässlich des ersten Todestages der in Russland ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja, brachte sie 2008 ihr Stück Putin hat Geburtstag auf die Bühne - eine "zurückhaltende wie zutiefst berührende Aufführung (...) ohne Effekthascherei. (...)Hier wird kein Geburtstag gefeiert, sondern die Beerdigung der Demokratie.“, schrieb  DIE WELT. Das Fernseh Format Titel Thesen Temperamente berichten am Todestag der Journalistin über diese Uraufführung.

 

Starke Frauen

Starke Frauenfiguren inszenierte Meyer in ihren Bühnenadaptionen von Madame Bovary, Effi Briest und Anna Karenina, die allesamt uraufgeführt wurden. „Spannend wie ein Tatort“, schrieb 2011 die DÜSSELDORFER PRESSE über die Tolstoi Adaption mit Anna Schudt in der Hauptrolle.

Nach der Geburt ihrer Zwillinge 2013 und einer kurzen Babypause folgte die Uraufführung von Stillbach oder die Sehnsucht, nach einem Erfolgsroman von Sabine Gruber im Februar 2015 in Bozen. Preisgekrönte Schauspielerinnen wie die Boznerinnen Krista Posch und Gerti Drassl, die u.a. mit dem Nestroy-Theaterpreis und dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet wurde, waren Ensemble Mitglieder der Aufführung von Petra Luisa Meyer. 

 

Die Welt ist heillos. Die Nacht ist schön. Das Publikum ist glücklich.

Einen Namen hat sich die Tochter einer Musiklehrerin und Malerin inzwischen auch in der Opernregie gemacht „Wenn man das Glück hat“, sagt sie „einen Mozart, einen Leoncavallo, Britten oder Korngold zu inszenieren, dann ist, bevor man als Regisseurin überhaupt anfängt zu arbeiten, schon diese großartige Musik da“. 2008 debütierte sie mit Donizettis Der Liebestrank am Theater Meiningen. Internationale Beachtung fanden ihre Inszenierung von Brittens Peter Grimes 2010 und Korngolds Violanta 2012 am Theater in Bremerhaven.

Im Juli 2014 beeindruckte die Regisseurin mit Mascagnis Cavalleria rusticana und Leoncavallos Bajazzo bei den 50. Opernfestspielen in Heidenheim. Sie vertauschte die ursprüngliche Reihenfolgen der beiden Opern und schuf damit eine neue Perspektive. „Die Welt ist heillos. Die Nacht ist schön. Das Publikum ist glücklich (…) Die junge Regisseurin hat entscheidenden Anteil am Erfolg dieser Opernproduktion...", schwärmte die OPERNWELT in der November Ausgabe. „Einen wichtigen Schritt in der Rezeptionsgeschichte wagte die junge Regisseurin Petra Luisa Meyer, die in Heidenheim bemerkenswertes Regietheater zeigte." So lobten die NÜRNBERGER NACHRICHTEN und der OPERNFREUND bemerkte: "Das war alles phantastisch durchdacht und bravourös umgesetzt. Hier hat Frau Meyer mit großem Können eine neue Sichtweise kreiert, die anderen Opernhäusern als Vorbild dienen könnte."

Es folgte ihre Inszenierung von La Bohème im Jahr 2016 ebenfalls bei den Opernfestspielen in Heidenheim. CONCERTI schrieb: La Bohème - Das ganze Glück einer Mondnacht -Festivalintendant Marcus Bosch und Regisseurin Petra Luisa Meyer deuten Puccini berührend neu. Das gierige Leben praller, schneller...Speed-Dating in einer Metropole der Moderne...In der fantastischen Eröffnungspremiere der Opernfestspiele Heidenheim inszeniert mit Petra Luisa Meyer zwar eine aus dem Schauspiel kommende Regisseurin. Doch sie nimmt den doppelten Boden von Text und Musik womöglich genauer wahr als ein Experte des Musiktheaters....La Bohème, das beweist die Inszenierung mit größter Konsequenz und perfekter Personenführung, ist von verblüffender Aktualität...Mancher Fan schwärmt schon von der süddeutschen Variante der Festspiele im südenglischen Glyndebourne...“

Johann Strauss, Peter Eötvös und die Callas und leider auch Corona 

Im November 2017 inszenierte Petra Luisa Meyer erstmals an der Kölner Oper Die Fledermaus von Johann Strauss. Diese Komposition von Johann Strauss gilt bis heute weltweit als Höhepunkt der goldenen Operettenära. Die moderne  und konsequente Deutung der Kölner Neuinszenierung mit vielen Revue Elementen sorgte für manchen Aufschrei bei der Presse. Das Publikum nahm es gelassener und amüsierte sich köstlich.

Seit 2018 unterrichtet Petra Luisa Meyer als Dozentin Szenenstudium  am Max Reinhardt Seminar in Wien.

Ihre Inszenierung der modernen Oper von Peter Eötvös "Der Goldene Drache"  wurde in einer Kritikerumfrage der Welt am Sonntag zur besten Inszenierung in NRW (Kategorie Stücke nach 1945) in der Spielzeit 2018/19 ausgezeichnet. 

Die Wiederaufnahme "Die Fledermaus "  an der  Oper Köln musste wegen der Corona Pandemie ebenso abgesagt werden, wie ihr Engagement bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2020. Anlässlich der geplanten Jubiläumsveranstaltung "100 Jahre  Salzburger Festspiele" sollte Petra Luisa  Meyer  mit einer Projektarbeit zu "Der eingebildete Kranke" von Moliere in Salzburg debütieren und diese am 7.Juli 2020 im Schloss Leopoldskron zur Premiere bringen. 

Glücklichwerweise feierte ihre Regiearbeit von T. McNally`s  "Meisterklasse"  am 16. Oktober 2020 Premiere am Theater Krefeld und Mönchengladbach und  ist dort auch in der Spielzeit 2021/22 zu sehen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

share